Ziele und Strukturen

1. Religiöse Vielfalt wahrnehmen und akzeptieren

Unsere Stadt und Region werden - wie die Gesellschaft der Bundesrepublik im ganzen - von einer kulturellen und religiösen Vielfalt geprägt. Neben Christen der verschiedenen Konfessionen leben Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus, Bahá'is und Angehörige noch vieler anderer Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften.

Nicht selten war und ist auch heute noch das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen von Konflikten bestimmt, die ihre Wurzeln in Unkenntnis, Vorurteilen, Intoleranz und oft auch im Mißbrauch von Religion als Legitimation von Vorherrschaft haben.

Die Vielfalt von Kulturen und Religionen stellt deshalb weltweit wie auch in unserer Stadt eine Herausforderung an alle Menschen dar, in gegenseitiger Akzeptanz ein friedliches Miteinander zu leben.


2. Einander begegnen und verstehen lernen

Angesichts dieser Lage ist es unser gemeinsames Anliegen, im interreligiösen Dialog ein gleichgültiges Nebeneinander zu überwinden und so einen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft unserer Stadt und Region hin zu einer interkulturellen Gemeinschaft zu leisten.

Hierzu streben wir einen geistigen Austausch über ethische, philosophische und theologische Fragen an, um Vorurteile und Mißverständnisse zu erkennen und abzubauen, Verbindendes zu ergründen und Trennendes achten zu lernen.

Es gilt, den fremden geistigen und spirituellen Reichtum zu entdecken und den Dialogpartner wie sich selbst in seiner Tradition besser verstehen und annehmen zu lernen.


3. Begegnungen ermöglichen und ein ökumenisches Bewußtsein bilden

Der Gedanke der Toleranz und der Akzeptanz soll weitergetragen werden durch vielfältige direkte oder indirekte Begegnungen, z.B.:

  • Einladungen zu einem regelmäßigen "Gebet der Religionen"
  • interreligiöse Forumsveranstaltungen in Gemeinden.

4. Füreinander einstehen und sich gemeinsam den Herausforderungen unserer Zeit stellen

Dort, wo praktische Solidarität - aus welchen Gründen auch immer - gefordert ist, soll sich der Geist der Toleranz in Akzeptanz in der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Unterstützung der Religionen bewähren. Die Gruppe will sich darum als Anwalt für religöse Toleranz in unserer Stadt und unserer Gesellschaft verstehen und diese Aufgabe gemeinsam wahrnehmen.

Darüber hinaus wird es notwendig sein, das Anliegen des Konziliaren Prozesses der christlichen Kirchen auch im Dialog der Religionen aufzugreifen und sich gemeinsam nicht nur für "Frieden", sondern auch für "Gerechtigkeit" und die Bewahrung der Lebensgrundlagen ("Bewahrung der Schöpfung") einzusetzen.

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Konzeption für die Arbeit von RfP/D und ihren regionalen Gruppen
RfP / Aachen; Berlin; Hannover; Kassel; Köln/Bonn; München; Nürnberg; Osnabrück; Regensburg; Rhein-Main; Stuttgart; Witten
 
Die Regionalgruppen wählen sich daraus nach ihren Möglichkeiten und Gegebenheiten Schwerpunkte für ihre Arbeit.
 
1.    Die Besonderheit von RfP
 
besteht darin, dass diese NGO, in der sich die Religionsgemeinschaften auf der Basis ihrer religiösen Überzeugungen einbringen, regional, national und international vernetzt ist. RfP arbeitet multilateral mit der Vielfalt der Religionsgemeinschaften zusammen. Dialogprogramme und Friedensaktionsprogramme können daher national und international ausgetauscht und verglichen werden. Daraus können reiche Anregungen resultieren und dadurch kann das Prinzip „think globally, act locally“ durch die globale Vernetzung von RfP wirklich umgesetzt werden.
 
Jede Regionalgruppe sollte sich fragen, inwiefern sie diese Dimension in ihrer Arbeit angemessen zur Geltung bringen kann. Die RfP Regionalgruppen leisten auf diesem Hintergrund konkrete Integrationsarbeit und Dialogarbeit vor Ort.
 
 
2.    Konkrete Integrationsarbeit und Dialogarbeit
 
Dazu gehören:
 
2.1.auf der Ebene der Begegnung:
 
-         gegenseitige Besuche in den Religionsgemeinschaften mit dem Ziel, einer authentische Selbstinterpretation der verschiedenen Religionen durch personale Begegnung und besonders auch durch das Erleben von Festen, Feiertagen und religiösen Riten.
 
die Regionalgruppen sollten prüfen, ob sie die Möglichkeit wahrnehmen können, die verschiedenen Religionsgemeinschaften vor Ort in ihrer Vielfalt in ihre kontinuierliche Arbeit aufzunehmen.
 
2.2.    auf der Ebene der Verständigung:
 
(a)             die wechselseitige Erklärung der Glaubensgrundsätze und der religiösen Praxis in den verschiedenen Religionsgemeinschaften
 
(b)             das Gespräch und die Herausarbeitung von gemeinsamen, unterschiedlichen und unvereinbaren Überzeugungen zwischen den Religionsgemeinschaften (Gemeinsamkeiten stärken – Unterschieden gerecht werden).
 
(c)              Die Erarbeitung von Möglichkeiten der Zusammenarbeit angesichts der Herausforderungen für die Bewahrung des Lebens, solidarischen Zusammenlebens, gegenseitiger Toleranz, Gleichberechtigung (vgl. Weltethoserklärung).
 
Die Regionalgruppen sollten prüfen, inwieweit sie in der Lage sind, Ressourcen und Partner für diese wichtige Dialogaufgabe zu gewinnen und öffentlich zur Geltung zu bringen.
 
2.3.           auf der Ebene der Kooperation:
 
(a)   Information der Öffentlichkeit durch Selbstdarstellung der Religions­gemeinschaften (z.B. Broschüren)
 
(b)   Hilfe für die Belange der Religionsgemeinschaften, insbesondere in Minderheitensituationen (z.B. Migranten u.ä.).
 
(c)   Förderung der interreligiösen und interkulturellen Erziehung in Familien, Schulen und Gemeinden
 
(d)   Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen (workshops oder ähnliches) zu regionalen und internationalen Themen.
 
(e)   Kooperation und Austausch mitinterreligiösen und interkonfessionellen Dachverbänden und Organisationsgruppen (z.B. AG christlicher Kirchen, Gesellschaft für christlich – jüdische Zusammenarbeit, Gesellschaft für christlich – islamischen Dialog)
 
(f)     Mitwirkung an interkulturellen Veranstaltungen der Stadt
 
(g)   Durchführung und Mitgestaltung von Gebets- und Meditationstreffen der Religionsgemeinschaften
 
(h)   Gemeinsame Stellungnahmen und Erklärungen in Konfliktsituationen insbesondere vor Ort (z.B. gegen Fundamentalismus, Fanatismus, politischen Missbrauch religiöser Überzeugungen).
 
Die Regionalgruppen sollten prüfen, welche Schwerpunkte sie setzen wollen und wo vor Ort Ansatzpunkte zu effektiver Kooperation und öffentlicher Wirksamkeit ihrer Arbeit bestehen.
 
 
3.     Öffentlichkeitsarbeit
 
Eine besondere Aufgabenstellung ist es, politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und/oder religiöse Entscheidungsträger für eine Kooperation mit RfP zu gewinnen. Formen einer solchen Kooperation könnten sein:
 
Gründung eines städtischen Rates der Religionen (z.B. Aktionskreis der Religionen und Kulturen, Runde Tische der Repräsentanten der Religionsgemeinschaften, u.a.)
 
Die Regionalgruppen sollten sich fragen, welche Möglichkeiten sie haben, die kommunale Öffentlichkeit auf repräsentativer Ebene auf multi- und interreligiöse Probleme und Aufgabenstellungen anzusprechen und zur Mitarbeit zu gewinnen.
 
 
4.     Interne Perspektive:
 
Durch die interreligiöse Kooperation sollte ein Vertrauensverhältnis zwischen den Mitgliedern der Religionsgemeinschaften wachsen. Dazu gehört der intensive Dialog, der Einsatz füreinander und eine freundschaftliche Verbundenheit.
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